Aude Sapere

PHILOSOPHIE

Natürlich steht im Vordergrund unserer Betrachtung die Behandlung des „GANZEN MENSCHEN“. Das heißt eine Behandlung , die die Einheit von Körper, Geist und Seele berücksichtigt. Da das Kniegelenk des Patienten mehr zu bieten hat als Muskeln, Sehnen und Bänder, nämlich ein empfindendes und ein empfindsames Wesen, kann man nicht nur die physischen Strukturen isoliert betrachten und behandeln, sondern man muss auch die metaphysischen Strukturen berücksichtigen und in seine Bemühungen, dem Patienten einen Heilimpuls (Therapie) zu geben, mit einbeziehen.
Jede Form von Therapie, welcher Art auch immer, versucht nichts anderes, als den Selbstheilungskräften des Menschen eine Richtung zu geben und diese in ihrer Arbeit so zu unterstützen, dass der Heilungsprozess, der ohne Therapie ebenfalls (vielleicht unvollständiger, auf jeden Fall langsamer) ablaufen würde, beschleunigt und zielgerichtet wird.
Diese Selbstheilungskräfte des Menschen nennt der Homöopath „Dynamis oder Lebenskraft“, oder der Osteopath nennt sie „Primäre Respiration“, ohne die keine Heilung zustande käme. Die Dynamis bearbeitet den Körper wie das Wetter den Acker. Ohne sie würde kein frakturierter Knochen zusammenwachsen oder eine klaffende Hautwunde heilen. In medias res steht primär die Aufrechterhaltung der Physiologie und nicht die Korrektur der Fehlstellung eines Knochens. Das heißt der gebrochene Knochen wird von ihr auch durchbaut, selbst wenn man ihn nicht in Längsrichtung, sondern im 90 Grad Winkel fixiert. Hier kommen wir als Therapeuten ins Spiel. Ähnlich wie der Bauer, der seinen Acker bearbeitet und bestellt.

Der altgriechische Begriff „therapeutos“ bedeutet übrigens “Diener“. Wir dienen nun dem Patienten in dem wir seiner Dynamis eine Richtung geben und damit versuchen wir ein optimales Heilergebnis zu erreichen. Hierfür gibt es nun die unterschiedlichsten Instrumente und Hilfsmittel (Behandlungsmethoden).
Auch dem Begriff „Behandlung“ sollte etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Er setzt sich aus den Silben „Be-HAND-lung“ zusammen und zeigt uns an der Kernsilbe „HAND“ die Wichtigkeit unserer HÄNDE beim Arbeiten am Patienten. Man nennt uns ja schließlich auch „Be-HAND-ler“. Also, ohne unsere Hände geht es nicht.

Paracelsus, der große Arzt des Mittelalters sagt hierzu:
“Darumb heilt ein Mensch den anderen. Und zwar, weil die gleiche Anatomei da ist. Gleiche Anatomei heilt wechselseitig.“ ( nach Dr. Fritsche aus dem Paragranum)
Dies haben sich die Osteopathen ganz auf ihre behandlerische Fahne geschrieben. Denn sie untersuchen und behandeln vornehmlich manuell, also mit ihren Händen.